"Wer Gedichte veröffentlicht, wirft ein Rosenblatt
 in den Grand Canyon und wartet auf das Echo."

 Donald Marquis (1878-1937)
 
 
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durchschnittsprofi

mit einem uebersteiger, der mut
ueberstieg die mittel, setzte er sich
zum abschied nochmal in szene

befeuerte die fans, die hueben wie
drueben ihre stimme erhoben. es war
doch alles gehupft wie gesprungen

resuemierte er seine karriere, zehn
jahre mittelmasz auf hinten links
zum abschied launig im sportstudio

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ailton

seit ihn als kind ein pferdehuf traf
lag sein kinn auf die brust gerutscht
als kimme fuer seine sprints, die er

wie eine mit drall gespielte kugel
beim kunststoszbillard anzog, die
leuchtspuren seines trikots sanken

langsam auf den rasen, als die fans
laengst ausgelassen ihre feisten
bockwuerste schwenkten: angriff

um angriff verlief in heisenbergscher
unschaerfe: ailton war wo der ball
wo ailton war, nur schneller & kaum

aufspuerbar jagte ihn sein instinkt
aus unbestimmten anfangslagen bis
mitten in die wahl zum tor des monats

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george best

wann denn alles anfing so unmenschlich
schiefzugehn, fragte der etagenkellner in
diesem plueschhotel, in dem er entspannte

mit ein paar pullen jahrgangschampagner
zwanzigtausend pfund in bar aufm plumeau
& drunter die amtierende miss universum

auch beim schlagen hatte er die haken auf
dem feld bereits gegen frauen getauscht &
trank, kaum war die op ueberwunden, auf

seine zweitleber. was soll schiefgegangen
sein, nichts ist schiefgegangen, antwortete er
& zirkelte seine paesse, kopfschuettelnd vor

so viel falschem mitleid, je nach pegel ins
aus oder zu den begeisterten fluegelspitzen
seiner kameraden von der knastmannschaft

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frank lampard

frank lampard, dessen vater der alte frank lampard war
wie auch seine drei brueder, ein aelterer, zwei juengere
allesamt frank lampard hieszen, besagter frank lampard
war ein fuszballspieler der extraklasse, weit besser noch
als sein vater frank lampard, der ebenfalls mit dem ball
umzugehen verstand wie auch frank lampards drei gleich-
namige brueder dies prima familientalent geerbt hatten –
doch keiner von ihnen brachte es im fuszball soweit wie
frank lampard selbst. er verdichtete das mittelfeld zu un-
durchdringlicher materie & knallte, falls noetig oder nur
mal so zum spasz den ball hoechstselbst in die maschen
waehrend sein vater & seine brueder zusammen mit
einigen anderen, die gleichfalls von hause aus seit jeher
frank lampard hieszen das spiel frank lampards im pub
verfolgten, bejubelten & in duennem lagerbier loesten

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defensivmann

warum er so wenig redete, wurde er
von reportern gefragt. weisz nicht, gab
er zur antwort. damit war alles gesagt

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© stan lafleur

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stan lafleur
die welt auf dem fusz
Fußballgedichte mit Halbzeitpause
Koall Verlag, Berlin 2006
ISBN 3-938436-03-4
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